Meine Fotoausrüstung
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Meine digitale Spielgelreflex-Ausrüstung

Nach einigen Jahren mit Digital-Kompaktkameras und Spielgelreflex-Abstinenz (meine Silberfilmausrüstung ruhte unbenutzt im Kasten) bekam ich wieder Lust, mit einer schweren, voluminösen, aber dafür wesentlich universelleren und ausbaufähigen (Digital)Spiegelreflex-Ausrüstung zu fotografieren.
Da ich keine Ausrüstungsteile hatte, die mich zu einer bestimmten Marke tendieren ließen, entschied ich mich nach längerem Studium aller verfügbaren Informationen und nach Anfass-Vergleich mit vielen ähnlichen Kameras bei meinem Fotohändler zu einer System-Kamera des Four-Third-(4/3)-Standards, die von Grund auf neu konstruiert war und keine Altlasten aus Kleinbild-Spiegelreflexzeiten (z.B. Objektive mit zu geringer Auflösung) hinter sich herschleppte.

Olympus E-30

E-30

E-30-oben

Der jüngste DSLR-Kamera-Familienzuwachs in meiner Sammlung ist eine Olympus E-30. Wahrscheinlich ist sie (zumindest bei Olympus) eine der letzten dieser Kameraart, da Olympus 2010 angekündigt hat, nur mehr im Profisegment Spiegelreflexkameras zu entwickeln (dzt. aktuelle Kamera: die E-5), und den Rest der Olympus-Welt nur mehr mit spiegellosen Systemkameras vom Typ der mikro-FT-Pens und OM-Ds zu beglücken (die zwar die alten Objektive zur Not verwenden lassen, aber eigentlich eine neue Objektivserie benötigen).
Fast hätte ich es übersehen, mir noch ein Exemplar der Semiprofi-Kamera Olympus E-30 zu besorgen, aber ich habe dann doch noch ein Vorführmodell bei einem Kieler Fotoversand an Land ziehen können.

Diese Kamera hat sehr viele interessante Features:

Sie hat einen 12 Megapixel-Live-MOS-Sensor (wie er auch in den ersten Pen-Kameras und der E-5 verwendet wird) und beherrscht den Liveview Modus: das Sucherbild wird direkt vom Live-NMOS-Sensor (ein Panasonic-MOS-Sensor) auf einem dreh- und schwenkbaren Display erzeugt. Man kann dadurch direkt und manuell die Scharfstellung auf dem Sensor vornehmen - eine enorme Hilfe bei diffizilen Sachaufnahmen, Stilleben oder Makros von unbewegten Objekten. Zur exakten Schärfeeinstellung kann noch zusätzlich eine 10-fach-Lupe zugeschaltet werden.

Auch Autofokus ist im Liveview möglich, aber für schnelle Fotos ungeeignet. Ein paar spezielle Objektive sind Kontrast-Autofokus fähig (z.B. mein Tele 70-300) und tasten sich gemächlich an den Schärfepunkt heran. Die anderen Objektive (z.B. mein überragendes und schnelles 12-60-Objektiv) werden - wenn man sie auf Hybrid-AF umstellt - nach dem Auslösen noch schnell mal mit dem Phasenkontrast-AF nachfokussiert (was insgesamt seine Zeit dauert und ein nervtötendes Klappern auslöst). Denn es wird dabei für den Autofokus der Spiegel + AF-Sensor zurückgeklappt, die Entfernung nachjustiert, dann der Spiegel + AF-Modul wieder weggeklappt dann erst ausgelöst.

Daher ist aus diesem Grund der Liveview (Modus-B im Olympus-Jargon) nicht schnappschusstauglich. In den neueren Kameras (Pen, E-5-, OM-D) soll das wesentlich besser gelöst sein.

Olympus E-30

E-30 Monitor

E-30-vorne

Weitere interessante Eigenschaften der Olympus E-30:
-AF-Korrekturen können für einzelne Objektive eingestellt werden, um eventuellen Front- oder Backfokus zu korrigieren.
-Für Schnappschüsse besonders im Telebereich gibt es einen sensorbasierten Bildstabilisator (mit editierbarer Liste für Fremdobjektive), der ca. 5 Blendenstufen stabilisiert (d.h., statt mit 1/600 sek kann ich mein Tele bei Objekten, die halbwegs stillhalten, noch mit ca. 1/40 sek Freihand benutzen - da habe ich früher schon zumindest ein Einbeinstativ benutzen müssen.
-Im Gegensatz zu meinen älteren E-3xx-Kameras hat die E-30 einen Pentaprismensucher mit exzellentem hellen und großen 98% Sucherbild, mit dem man auch gut manuell scharfstellen kann.
-Im Gegensatz zu meinen älteren E-3xx-Kameras hat die E-30 ein extrem schnelles und präzises 11-Punkt-Autofokussystem, was sich vor allem mit dem SWD-Objektiv 12-60 mm bemerkbar macht.

Daneben hat sie noch eine Menge weiterer professioneller Features (elektronische Wasserwaage, kabellose Remote-Blitzauslösung, Verschlusszeiten bis 1/8000 sek ...)
....ohne aber den Preis und das Gewicht der Olympus-Profi-Kameras aufzuweisen.

Statt des voluminösen Original-Handgriffs verwende ich eine einfache China-Griffschlaufe - damit liegt die Kamera sehr gut in der Hand. Zur elektrischen Fernauslösung verwende ich für schnelle Fotos (Vogelfotografie) einen Kabelauslöser (China-Nachbau).
Die Schärfeleistung und Auflösung unterscheidet sich trotz der 12 Megapixel nur minimal von der älteren E-330, was wahrscheinlich durch dickere AA-Filter verursacht wird.

Olympus E-330

E-330

Als Schnappschusskamera ist bei mir die innovative und geniale Olympus E-330 in Verwendung, die bis jetzt die einzige Kamera mit 2 Liveview-Modi ist.

Die E-330 hat (neben dem optischen Porro-Spiegelsucher wie die E-300) den Schnappschuss-Liveview-Modus A. Bei dieser Sucherart wird das Sucherbild von der Mattscheibe auf einen kleinen Full-Time-Live-View CCD-Sensor (mit 8 MPixel) übertragen und auf der Rückseite auf dem großen, schwenkbaren Display angezeigt. Dieser Modus A ist gut geeignet, um z.B. wie bei 6x6-Lichtschachtsucherkameras (Rolleiflex) aus tiefer Perspektive (Kinder- und Tierfotos!) oder ganz unbemerkt Schnappschüsse zu machen. Bei schlechteren Lichtverhältnissen wird dieser Sensor auf geringere Auflösung zurückgeschalten, sodass man auch noch bei sehr schlechtem Licht fotografieren kann. Dieser Modus ist daher sehr gut für Schnappschüsse und Reportagen geeignet.

Der Liveview-Modus B funktioniert ähnlich wie bei der E-30: das Sucherbild wird direkt vom Live-NMOS-Sensor (ein Panasonic-MOS-Sensor mit 7.5 Megapixel) erzeugt. Man kann dadurch direkt die Scharfstellung (+ 10-fach-Lupe) auf dem Sensor vornehmen.
Auch Autofokus ist in diesem Modus nach einem Firmware-Update möglich, aber für schnelle Fotos ungeeignet. Denn es wird dabei zuerst für den Liveview-Modus A der Spiegel hochgeklappt, dann für den Autofokus der Spiegel zurückgeklappt, die AF-Punkte über Liveview A eingeblendet, die Entfernung gemessen und dann wieder auf den Liveview B zurückgeschaltet.

Alles in allem ist daher die E-330 eine äußerst universelle Kamera: Schnappschusstauglichkeit für unbemerkte Fotos, ganz tiefe (oder extrem hohe) Kamerastandpunkte, die sonst nur durch Verrenken möglich sind und auch mit Winkelsucher schlecht zugänglich sind, bequeme Makro-Insektenjagd, Tabletop- und Sachaufnahmen mit "Großformat-Kamera-Feeling", ...
Die "mageren 7.5 Megapixel" fallen praktisch überhaupt nicht ins Gewicht, da die E-330 äußerst dünne AA-Tiefpassfilter besitzt, sodaß die reale Auflösung und Schärfeleistung nach meinem Ergebnissen sich kaum von der E-30 unterscheidet.
Da es keinen Originalhandgriff von Olympus für die E-330 gibt, behelfe ich mich mit einer China-Handschlaufe, um die Kamera besser halten zu können.

E-330

digital equipment
Olympus E-300

E-300 inside

Als ich vor vielen Jahren in das Olympus-E-System einstieg, existierten erst 2 Vertreter dieses Systems, die modernere semiprofessionelle E-300 und die bereits veraltete Profikamera E-1. Ich entschied mich damals für die D-SLR Olympus E-300 mit 8 Mpixel. Die Kamera bot ein gutes Anfassgefühl: nicht zu groß und schwer, aber auch kein Spielzeug, der Preis des Doppelzoom-Sets war (für damalige Verhältnisse) moderat - und ich hatte gleich von Anfang an einen Brennweitenbereich von "kleinbildäquivalenten" 28-300 mm in annehmbarer Qualität zur Verfügung.

Die E-300 hat einen Kodak Full Frame CCD (Sensorgröße 17.3 x 13 mm, 8 Mpixel), der für seine schönen Farben bekannt ist (aber leider nicht für sein Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten). Was mir noch sehr gut gefiel, war die Porrospiegel-Konstruktion statt des Pentaprismas, wodurch der unschöne Prismenbuckel einer typischen Spiegelreflexkamera vermieden wird (manche Neider meinen zwar, dass die E-300 dadurch wie ein Brikett aussieht). Die E-300 ist zwar keine "Profikamera" wie die Olympus E-1/3/5, hat aber trotzdem einige Features mit diesen gemeinsam, die bei den heutigen "kleinen" Olympus-DSLRs fehlen: Ich habe sie mit einem Batteriehandgriff (HLD-3 Powergrip) ausgestattet, der neben einem 2. Akku das Handling durch einen verbesserten Querformat- und einen zusätzlichen Hochformatgriff verbessert. Ausserdem hat dieser Griff auch einen Hochformatauslöser sowie einen Anschluß für einen elektrischen Fernauslöser (RM-CB1).
Im Moment fristet sie zusammen mit dem 14-45-Objektiv als Backup-Kamera ihr Dasein. Ein Versuch, das gute Stück zu verkaufen, scheiterte.

E-300

Fernauslösungen können mit allen Kameras drahtlos (aber ein bisschen verzögert) mit dem IR-Fernauslöser (RM-1) durchgeführt werden. Für die E-300 und die E-30 habe ich Kabelauslöser in Betrieb, die z.B. bei der Vogelfotografie schnelle Schnappschüsse erlauben.

digital equipment

Olympus D-SLR Kameras haben ausserdem noch einige weiteren einzigartigen Features und Vorteile, die mich überzeugten: Der Sensor wird bei jedem Einschalten durch Ultraschall gereinigt. Das weiss man zu schätzen, wenn z.B. wie bei einem Kollegen hunderte Urlaubsfotos (mit einer N*-DSLR geknipst) durch ein Staubkorn am Sensor einen Fleck mitten am schönsten blauen Urlaubshimmel aufweisen, der dann erst mühsam mittels Software weggestempelt werden muss (wenn es überhaupt geht).
Durch die Sensorgröße des FT-Standards sind die Objektive kleiner, da sie nur 50% der KB-Brennweite aufweisen. Da sie keine KB-Relikte sind, weisen sie eine adequate Auflösung (wichtig für die Schärfe) und mechanische Präzision auf (wichtig für einen genauen Autofokus) und durch den telezentrischen Strahlengang treten auch im Weitwinkelbereich keine Abschattungen auf.

Der einzige Nachteil, der vor allem in Computer-orientierten Tests bemängelt wird, ist das digitale Rauschen des Sensors bei höheren ISO-Werten. Das hat sich aber durch moderne Sensoren stark verbessert: In der E-30 ist ISO 800 noch problemlos zu gebrauchen, und bei ISO 1600 ist Rauschen nur dann störend, wenn zuwenig Licht vorhanden ist (Unterbelichtung in den Schatten, z.B. Sport-Innenaufnahmen, aber viel besser als beim Silberfilm)). Ich verwende dagegen die hohen ISO-Werte meist bei relativ gutem Licht, um zu kürzeren Verschlußzeiten für Teleaufnahmen zu kommen. In diesen Fällen fällt das Rauschen kaum mehr auf. Außerdem kommt es mir bei diesen Aufnahmen meist nicht sosehr auf die letzte Detailauflösung an, sodaß ich mit guten Ergebnissen "Entrauschungsprogramme" wie z.B. Neatimage anwenden kann. Das Rest-Rauschen kann ich wesentlich besser tolerieren als das starke Korn, das ich in solchen Fällen durch die hochempfindlichen Silberfilme erhielt.

E-300

Wer eine subjektive, aber sehr informative Einführung und Erfahrungsberichte über das Olympus E-System lesen will, dem sei die ausgezeichnete Webseite von Andrzej Wrotniak ans Herz gelegt (die aber leider schon 3 Jahre lang nicht mehr upgedated wird). Wenn man wissen will, was deutschsprechende User über Olympus-E-Kameras diskutieren, sollte man das interessante OLY-E Diskussionsforum besuchen. Auch im DSLR-Forum gibt es eine Olympus-Untergruppe, aber meist arten Diskussionen hier in Kindergarten-Streitereien aus (mein Sandkuchen ... äh Sensor... ist größer...)