Meine Fotoausrüstung
History Silberfilm Digital-Kompakt Digital-Spiegelreflex Standardobjektive Weitwinkel Tele Blitz Makro Scanner Fotolabor Video

Mein Weg von der Silberfilm- zur Digitalfotografie

Rollfilm

Kameras für die Silberfilm-Fotografie

Meine ersten fotografischen Erfahrungen habe ich mit der alten 6x9-Balgenkamera meines Vaters in den späten 1950ern gesammelt. Dummerweise wollte ich ganz genau wissen, wie die Kamera innen drin ausschaut, und das hat die Kamera nicht überlebt. Daher weiß ich auch nicht mehr, welche Marke es war. Ich erinnere mich nur daran, dass das Objektiv ein Anastigmat war, mit einer Öffnung von 6.3. Meine erste eigene Kamera war eine einfache Agfa Click 6x6 Kamera in den frühen 1960ern. Schon bald wollte ich bessere Fotos machen (die Click-Fotos waren meist unscharf oder verwackelt, da man kaum etwas einstellen konnte). Kurze Zeit fotografierte ich dann Mitte der 1960er Jahre mit einer geliehenen Kodak Retina (auch schon auf Farbnegativ), aber dann habe ich bei Freunden Spiegelreflexkameras gesehen und "Blut geleckt".

Agfa Retina
Practica
sixtomat
Mit ca. 15 Jahren (so um 1965) fing für mich die echte Fotografie an: meine erste SLR-Kamera war eine Praktica IV F, die als Neuheit einen Schnittbildentfernungsmesser und eine Fresnellinse (=F) hatte, sodass der Sucher ein schönes Stück heller war. Diese Kamera hatte noch keinen eingebauten Belichtungsmesser; zu diesem Zweck hatte ich einen Gossen Sixtomat Belichtungsmesser (auch ausgerüstet zur Lichtmessung mit Rollo und Farbtemperaturanzeige!).

Als Objektive verwendete ich den Dreilinser Isco Iscotar 2.8/50 und ein recht mieses (aber billiges) markenloses Teleobjektiv 4.5/200 mm mit M42-Gewinde.

Mit einem Zwischenring (ohne Springblendenübertragung) schaffte ich den Einstieg in die Nah- und Makrofotografie.

fisheye

macro[größeres Bild]
.
Practica

macro[größeres Bild].

macro[größeres Bild].

fisheye

Der nächste Ausrüstungs-Sprung führte im Jahre 1969 zu einer anderen Praktica mit der gerade neu auf den Markt gekommenen TTL-Belichtungsmessung: mit meiner Praktica Super TL sollte es ganz einfach sein, richtig belichtete Aufnahmen zu erhalten - zumindest in der Theorie. In der Praxis zeigte sich, dass die Messergebnisse oft ziemlich daneben lagen. Besonders wenn ich meine bevorzugten Diafilme belichtete (wer erinnert sich noch an Ferrania, ORWO UT-18 etc.) habe ich meist stark unterbelichtete Aufnahmen erhalten.
Meine Objektivausrüstung verbesserte sich ebenfalls stark: Als Standardobjektiv hatte ich nun das Jena Pancolar (2.0/50 mm), das Weitwinkel Meyer Orestegon (2.8/29 mm), und das kurze Teleobjektiv Jena-S (3.5/135 mm). Besonders die 2 Jena-Objektive (die ja eigentlich Zeissobjektive (50-mm Planar und 135-mm Sonnar) waren, die nur nicht so genannt werden durften), haben bereits eine ordentliche optische Qualität besessen. Mechanisch waren das Teleobjektiv nicht so excellent: die Blende schloss sich trotz Reparaturen viel zu langsam, sodass daraus oft Überbelichtungen resultierten.

Auch der damals sehr bekannte WEP 2x Converter war in meiner Objektivsammlung vertreten.

Nachdem die Praktica Super TL nicht gerade durch excellente Belichtung glänzte, wurde sie Mitte der 1970er-Jahre durch eine andere M-42 Kamera, nämlich der Fujica ST701 (mit dem Fujinon 1.8/50 mm) ersetzt. Diese Kamera war wesentlich besser gebaut, die Belichtung funktionierte einwandfrei und man spürte echte Feinmechanik. Ich habe diese Kamera sehr gerne gehabt und viele schöne Bilder damit gemacht. Als Zweitkamera hatte ich noch eine gebrauchte Mamiya DTL mit Spotbelichtungsmessung in meiner Ausrüstung.

Als Teleobjektiv benutzte ich in weiterer Folge ein Yashica 4/200 mm an meinen Kameras. Später ersetzte ich dieses durch das Tokina 4/80-200 mm, ein ausgezeichnetes kleines und leichtes Zoomobjektiv mit sehr guten optischen Eigenschaften.

Fujica

Mamiya

equipment
Yashica
Yashica2
[größeres Bild]
.

Als die Ära der M42-Kameras ihrem Ende zuging, da die neuen Automatikfunktionen nicht damit verwirklicht werden konnten, wechselte ich um 1976 herum zum Yashica-Contax-System. Ich hatte bald eine ganze Reihe von Yashica-Kameras, die manuelle FR, die ausgezeichnete FRI, die einfache FRII und dann noch die mechanische FX-3 für spezielle Aufgaben.

Einige Kameras und der Großteil der Objektivausrüstung befinden sich noch voll funktionsfähig in meinem Besitz und sind auf der Silberfilm-Seite aufgelistet. Einige Ausrüstungsgegenstände habe ich sogar via Adapter in das digitale Zeitalter hinüberretten können.

Anfang der 1990er-Jahre habe ich meine Ausrüstung um 2 Contax 167 MT Kameras ergänzt, die denselben Objektivanschluss (Y/C-Bajonett) wie die Yashicas aufweisen. Die Kameras waren wesentlich funktioneller ausgeführt als die alten Yashicas, aber systembedingt ohne moderne Eigenschaften wie Autofocus. Dafür konnte ich erstmals mit einem Cullmann-Blitz und dem entsprechenden Metz-SCA-Adapter bei Makro und Schnappschüssen die hilfreiche Blitz-TTL-Technik nützen. Mit den meisten Objektiven konnte ich auch die Programmautomatik nutzen, und auch die Filmempfindlichkeit wurde bereits von den Patronen abgetastet (wenn ich nicht gerade Nachfüllpatronen für meine selbstkonfektionierte Schwarzweißfilm-Meterware benutzte). Als weitere Objektive habe ich - passend für die Kameras - die Zeissobjektive Planar 1.4/50 mm and Sonnar 2.8/85 mm verwendet.

Contax 167 MT
macro
[größeres Bild]
.
Edixa

Neben den schweren und großen Spiegelreflexkameras verwendete ich auch für Wanderungen oder, um unauffällig zu bleiben, kleine und Kleinstkameras: In den 1970ern fotografierte ich häufig mit der Kleinstbildkamera Edixa 16, die 16-mm-Film als Aufnahmematerial verwendete. Nachdem diese Filme immer schwerer zu bekommen waren, die Qualität auch nicht berauschend war und dann auch die Mechanik streikte, wechselte ich Ende der 1980er-Jahre auf eine kleine, aber hochwertige Minox 35 GL, die mit normalem Kleinbildfilm bestückt wurde, dabei aber fast kleiner war als die Edixa-16.

Minox
polaroid Für schnelle Fotos kamen die großen Sofortbildkameras von Polaroid zum Einsatz. Anfangs verwendete ich die Polaroid EE-60 mit 2-Blattfilm, bei der nach 60 sek die Donor- von der Empfangsschicht abgezogen werden musste. Als Kamera wurde das Zweiblattverfahren dann durch die Polaroid 645 CL mit dem 600 Monopackfilm abgelöst, bei dem auch die Batterie für den Kamera-Entwicklungsmotor und den eingebauten Elektronenblitz im Filmpack eingebaut war. Meinen letzten (bereits abgelaufenen) Polaroidfilm kaufte ich 2008, dann musste ich auf die Neuentwicklung der Firma "Impossible" wechseln. Die Qualität und das Handling ist (zumindest derzeit) leider nicht mit einem Original-Polaroid-Film vergleichbar.
Für den 2-Blatt-Film gab es in der Vor-Digitalzeit eine andere Anwendung: Vivitar baute dafür einen Instant Slide Printer, mit dem man im Handumdrehen von Dias Farbbilder machen konnte. Auch diesen Film gibt es nicht mehr von Polaroid. Fuji bietet mit seinen FP-Filmen hochqualitativen Ersatz an (zumindest für die Profimodelle), aber leider verklemmen sich die Bilder im Vivitar-Slideprinter, anscheinend weil der Rollenabstand des Filmausgabeteils zu eng ist (bei den Profimodellen kann man den Abstand anpassen).

polaroid
fuji
enna

Mein fotografisches Material: Kleinbildfilme und Fotopapiere


Nach einigen Experimenten Ende der 1960er-Jahre mit Farbnegativfilm und Selbstverarbeitung auf Farbpapier wusste ich: das ist nichts für mich (zuviel Arbeit für das magere Ergebnis).

Mein bevorzugtes Filmmaterial war in allen meinen "Silberfilm-Jahren" der Farbdiafilm. Nach anfänglichen Experimenten verwendete ich später hauptsächlich Fujichrome 400, manchmal (z.B. für Bühnenaufnahmen) auch den Highspeed-Film Fujichrome 1600, sowie die feinkörnige Variante Fujichrome 100. Die Präsentation erfolgte mit einer Doppelprojektor-Anlage von Ennamat mit manueller Überblendung.

Durst enlarger

Farbvergrößerungen von den Dias fertigte ich in meiner Dunkelkammer an: In den frühen 1970er-Jahren war Ektachrome RC 14 Umkehrpapier das einzige verfügbare Material, aber der Prozess war mühsam und fehleranfällig (z.B. Zwischenbelichtung und die Temperaturkonstanz).
Später verwendete ich das ausgezeichnete Cibachrome Umkehrpapier, das dann später auch als Ilfochrome vertrieben wurde. Die Vergrößerungen besitzen leuchtende Farben und eine ausgezeichnete Stabilität (viele Bilder hängen jetzt schon seit 20-30 Jahren an der Wand und haben noch nichts von der Brillanz und Farbtreue eingebüßt). Der Entwicklungsprozess war simpel und leicht reproduzierbar.
Einige Jahre machte ich meine Farbvergrößerungen mit dem ziemlich teuren, aber extrem einfach zu handhabenden Agfachrome Speed Umkehrpapier, das nach einem Sofortbildprozess mit Aktivator arbeitete. Leider stellte nach einiger Zeit Agfa die Produktion ein.
Als Vergrößerungsapparat war seit ca. 1968 ein Durst M300 im Einsatz, in den ersten Jahren mit einem Schneider-Componar 4.5/50mm-Objektiv ausgestattet. Für die Farbkorrektur verwendete ich Gelatine Farbfilter. Die Entwicklung von Umkehrpapier wurde bei Tageslicht mit einer 20x25 cm Kodak Entwicklungstrommel durchgeführt. Nur das Agfaspeed-Papier wurde in Schalen entwickelt.

Jobo developer drums

Als SW-Materialien kam hauptsächlich Ilford FP4 für Standardaufnahmen zum Einsatz. Für höhere Empfindlichkeit verwendete ich meistens Ilford HP5. Alle SW-Filme wurden natürlich selbst entwickelt. Meine bevorzugten Entwickler waren Agfa Rodinal für sehr scharfe (aber ein bisschen körnige) Negative, oder Ilford Perceptol als Ultra-Feinkornentwickler sowie Ilford Microphen für höhere Empfindlichkeitsausnutzung und forcierte Entwicklung (Entwicklungszeittabellen).
In speziellen Fällen fotografierte ich mit Ilford XP1 400 (ein SW-Film auf der Basis von Farbnegativtechnik), und mit dem Kodak Recording 2475 Film mit bis zu ISO 9600.
catch[Beispiel mit Kodak Recording Film]
In den letzten Jahren meiner "Silberfilm-Ära" war der T-Kristall-Film Fomapan 800 mein bevorzugtes High-ISO Material (entwickelt in Amaloco AM74).
Für spezielle Anwendungen (Reproduktionen, blaue Vortragsdias für wissenschaftliche Präsentationen) wurde AgfaOrtho 25 verwendet (entwickelt in Agfa Rodinal), dann auf Azo-Farbstoff-Folien mittels UV-Licht kopiert und in Ammoniakgas entwickelt.

Zur Filmentwicklung verwendete ich eine Reihe unterschiedlicher Entwicklungsdosen: Für unterschiedliche Filmformate (16 mm Kleinstbild von der Edixa-16 oder von Pocketkameras, 35-mm-Kleinbildfilm, Instamatic 4x4cm und 6x6 bis 6x9 (von meiner Klapp-Balgenkamera) war meine Paterson-Universal-Entwicklungsdose zuständig. Für die gleichzeitige Entwicklung mehrerer 35-mm-Filme wurde die doppelstöckige Jobo-Dose verwendet, und wenn ich ohne Dunkelkammer auskommen musste, kam die Jobo-Tageslichtdose (Jobo 2400 Daylight Tank) zum Einsatz.

Für SW-Vergrößerungen kam wieder mein Durst M300 zum Einsatz, der dann später mit dem Nikkor 2.8/50 mm Vergrößerungsobjektiv ausgestattet wurde, und mit Multigrade-Filterfolien zur Belichtung von Ilfospeed Multigrade Papier. Kleinere Formate wurden in Schalen entwickelt, die großen Posterformate bis zu 50x60 cm (oder mehrere kleine) in einer Jobo Trommel.

entwickler

Dosen

fomapan
CZ-900
Olympus C 900

CZ-900
CZ-2000
Olympus C 2000

UZ-700
Olympus C-700

UZ-750
Olympus C-750

XZ1
Olympus XZ-1

XZ2
Olympus XZ-2

Der Schritt ins digitale Zeitalter

Digitale Kompaktkameras (Bilder: linke Spalte)

Ende der 1990er-Jahre machte ich den ersten Schritt ins digitale Zeitalter. Vorher war das nur was für Freaks, denn die Geräte waren teuer und die Qualität der bezahlbaren Kameras war grausam schlecht.
Als erste Kamera kaufte ich mir die Olympus C-900 (3x Zoom, 35-105 mm KB-äquivalente Brennweite mit wahnsinnigen 1.3 Mpixel zu einem Spottpreis von umgerechnet ca. 850 EUR). Sie wurde zur Photokina 1998 vorgestellt und war zu diesem Zeitpunkt eine Top-Kamera.

Bald stellte ich fest, dass mir das digitale Fotografieren viel mehr Spaß machte als die althergebrachte Art: ich konnte sofort feststellen, ob das Bild gut geworden war (und bei Bedarf wiederholen), und konnte dann die Fotoserie gleich auf den PC herunterladen (ohne einen ganzen Film fertigknipsen zu müssen oder den Film in der Dunkelkammer zu zerschneiden). Mit einem Knopfdruck konne man plötzlich die Filmempfindlichkeit oder die Farbtemperatur ändern (nichts mehr mit 2-3 Kameragehäusen und unterschiedlichen Filmen, Farbfiltern etc).

Es war ein Come-Back meiner alten Dunkelkammerzeit im modernen Gewand: Die Bilder konnte ich wie früher bearbeiten (aber bequem im Hellen am PC): beschneiden, Farbstiche und rote Augen entfernen, Kontrast und Helligkeit anpassen. Bereits diese schnelle Einstellung an einem simplen JPG-File (meist mit IrfanView) war bereits viel mehr, als ein Durchschnittsfotograf (auch mit Dunkelkammer) in alten Silberfilmzeiten erreichen konnte.
Mit den letzten Kameras wurde es noch um vieles besser: durch die Aufnahme von RAW-Files und Entwicklung im RAW-Konverter konnte ich wirklich alle Prozessschritte steuern, angefangen von der Anpassung von Farbtemperatur, Aufhellen ohne große Verluste, etc.
Der krönende Abschluss: der Ausdruck am Farbdrucker, ohne Dunkelkammer, ohne die Gerätschaften auf- und abzubauen, ohne stinkende Chemikalien, ohne auf die Haltbarkeit der Fotochemikalien zu achten (naja: die Tinte trocknet auch manchmal ein).

Kurz ausgedrückt: der Weg von der Idee zum fertigen Bild war um vieles kürzer und reproduzierbarer geworden.

Die rasante Entwicklung auf dem Sensorsektor artete in ein schieres Megapixel-Rennen aus und machte es "notwendig", alle 1-2 Jahre das neue, größere, bessere... Modell zu kaufen: der CZ-900 folgte nach eineinhalb Jahren die hochlichtstarke und professionell ausgestattete Olympus C-2000 (3x Zoom, 2.0-2.8/35-105 mm KB-äquivalente Brennweite mit (damals unglaublichen) 2 Mpixel um den selben Preis).
Was mir noch nicht gefiel, war der Zoombereich. Daher folgte nach einem Jahr die Superzoomkamera Olympus C-700 (elektronischer TTL-Sucher, 10x Zoom, 37-370 mm KB-äquivalente Brennweite, ebenfalls mit 2 Megapixel und einer Empfindlichkeit von 100-800 ASA; der Preis blieb stabil bei ca. 850 EUR).
Die Auflösung und das Rauschen waren noch nicht befriedigend, daher wurde nach einem Jahr dieses Modell gegen eine Olympus C-720 (8x Zoom, 40-320 mm KB-äquivalente Brennweite, mit 3.2 Megapixel und einer Empfindlichkeit von 100-400 ASA) ausgetauscht.

Ein Jahr später folgte mein vorerst letzte Modell dieser Spirale, die Olympus C-750 (10x Zoom, 37-370 mm KB-äquivalente Brennweite, mit 4 Megapixel und einer Empfindlichkeit von 100-400 ASA). Dabei blieb es für knapp 10 Jahre, da diese Kamera fast alles bot, was ich bei einer Kompaktkamera benötigte (kleines robustes Metallgehäuse, Blitzanschluss, Fernauslöser, manuelle Einstellungen etc.). Nur die Auslösegeschwindigkeit war nicht zufriedenstellend. Daher wechselte ich das System den Ansprüchen entsprechend: mit mehreren Spiegelreflexkameras erreichte ich sowohl qualitativ (als auch gewichtsmäßig) wieder dem gewohnten Level (siehe weiter unten), aber ich suchte daneben doch immer wieder nach einer kleinen Kompaktkamera mit der Bildqualität der großen DSLRs.

Anfang der 2010er-Jahre wurde ich dann endlich fündig und ersetzte die die Olympus C-750 (die ich immerhin fast 10 Jahre verwendet hatte) gegen den "Taschendrachen", die Olympus XZ-1 mit moderaten 10 MPixel auf einem vergleichsweise großen Sensor (1/1.63 Zoll statt der üblichen 1/2-1/2.5 Zoll) und einem extrem lichtstarken 4-fach-Zoom (1.8-2.5) und einer noch jackentaschentauglichen Größe.

Die Nachfolgekamera, die Olympus Stylus XZ-2 hatte fast alle Vorteile der XZ-1, aber noch ein paar zusätzliche wichtige Eigenschaften, die mir extrem gut gefielen (zB der Klapp-Monitor). Daher ersetzte sie 2 Jahre später meine XZ-1, die jetzt bei meiner Tochter ihre unbestreitbaren Vorzüge zeigen darf.

Genaueres zu den noch verwendeten Modellen habe ich auf meiner Digital-Kompaktkamera-Seite beschrieben

Digitale Spiegelreflexkameras (Bilder: rechte Spalte)

Mitte der 2000er-Jahre kam ich dann wieder zurück zur Qualität meiner ursprünglichen Ausrüstung, einer Spiegelreflex mit Wechselobjektiven. Nach vielen Vergleichen kam dann die Olympus E-300 mit 8 Megapixel und Objektiven von 8-300 mm ins Haus (entspricht 16 bis 600 mm Brennweite am Kleinbild). Damit schloss sich der Kreis, und ich konnte - meiner Meinung nach auf höherem Niveau als vorher - wieder alles so fotografieren, wie ich es mochte und mir vorstellte.

Ein paar Jahre später kaufte ich mir noch die geniale Olympus E-330 dazu, mit der ich schon länger liebäugelte, aber mich dann doch nicht entschließen konnte. Als aber von Olympus durchsickerte, dass dieses Kamerakonzept aufgelassen (oder eventuell nur mehr in einer wesentlich teureren Profikamera verwirklicht) werden sollte, schaffte ich mir dieses geniale Stück Kamera-Ingenieurkunst an.

Nachdem Olympus 2010 ankündigte, nur noch im Profisegment Spiegelreflexkameras zu entwickeln, und den Rest der Olympus-Welt nur mehr mit spiegellosen Systemkameras vom Typ der mikro-FT-Pens zu beglücken, hätte ich es fast übersehen, mir noch die letzte interessante Olympus-DSLR-Kamera aus dem FT-Sektor zu besorgen: die Semiprofi-Kamera Olympus E-30, die viele interessante Features hat (zB AF-Korrekturen für einzelne Objektive, sensorbasierter Bildstabilisator, excellenter Pentaprismensucher etc), ohne aber den Preis der Olympus-Highendcameras aufzuweisen.

Ich habe dann aber Anfang der 2010-Jahre doch noch ein Vorführmodell einer Olympus E-30 an Land ziehen können, und bin derzeit noch immer meinen 3 FT-Kameras treu, denn nur das Spitzenmodell der mikro-FT-Spiegelreflex-Kameras (EM1, zu Profipreisen) kann auch mit den alten FT-Objektiven ordentlich umgehen (zB schneller AF) .

Genaueres über meine DSLR Ausrüstung ist auf meiner Digital-Spiegelreflex-Seite zu finden

E-300
Olympus E-300

E-330 Olympus E-330

E-30
Olympus E-30

Meine Ansicht ist: der Silberfilm ist tot (und ich lebe mit der Digitalfotografie besser)

Ich gestehe: ich gebe der Digitalfotografie den Vorzug. Das Thema "Silberfilmfotografie" hat sich bereits von alleine erledigt. Es gibt kaum noch neue Kameras, das Filmangebot ist sehr "überschaubar" und wenn große Firmen wie Kodak die Herstellung des noch verbliebenen Diamaterials einstellen (2012) und (nahezu) pleite gehen, braucht man leider nichts mehr zu argumentieren.

Es gibt immer wieder Retro-Fans, die sich mit Silberfilm und Dunkelkammer abmühen. Das mag lustig und spannend sein, bringt aber qualitätsmäßig nichts und wird immer mühsamer.

Manche Vorurteile bleiben aber hartnäckig bestehen, deshalb ein paar Worte dazu:

Vorurteil 1: Silberfilm zeigt mehr Details und besitzt eine höhere Auflösung

Das stimmt schon lange nicht mehr (und der Mangel an adequaten Filmen tut sein übriges). Im Gegenteil: Für die neuen hochauflösenden Sensoren (16-50 Megapixel) sind bereits die älteren Objektive der Flaschenhals und es müssen neue, höher auflösende Objektive gebaut werden (die auch auf die speziellen Erfordernisse in der Digitalfotogafie Rücksicht nehmen (Z.B. Retrofokus-Konstruktion im Weitwinkelbereich).

Meine Beobachtungen beim Einscannen von ca. 25.000 Dias: Meine Standard-SLR-Ausrüstung erzielte bei ISO 100 durchschnittlich eine Auflösung von knapp 8 Megapixel (mit den Zeissobjektiven waren die Werte manchmal ca. 12 MPixel). Die ISO 400 Filme erreichten bei mir 4-6 Megapixel.

Vorurteil 2: Silberfilm "rauscht" weniger und hat weniger Korn

Das ist stark vom Sensor und vom Filmmaterial abhängig. Meine Erfahrungen sind aber mit den neuen Sensoren eher gegenteilig.

Vorurteil 3: Farbe und Gradation ist beim Silberfilm oft besser als bei Digitalaufnahmen

Das ist dann eventuell korrekt, wenn digitale Fotos unbearbeitet verwendet werden. Sie können aber einfacher durch Software geändert und verbessert werden (besonders wenn man im RAW-Format aufnimmt und selbst "entwickelt"). Die wenigen übriggebliebenen Fuji-Filme sind zwar gut, aber sehr teuer (Profimaterial), und es stellt sich die Frage, wielange Fuji als letzter Diafilm-Hersteller das noch durchzieht.

Eine lustige Beobachtung konnte ich neulich machen: Ein Kollege fragte mich, ob ich ein Foto (auf 20x30 vergrößert) einscannen könnte. Beim genauen Betrachten des Fotos konnte man starke chromatische Aberrationen erkennen, die sich auch mit PT-Lens nicht entferen ließen. Ich scannte daraufhin ohne große Hoffnungen noch das Originaldia ein, und siehe da: hier waren keine CA's mehr zu erkennen. Fazit: jeder Prozess-Schritt ist genau zu überprüfen, vor allem aber preisgünstige Großvergrößerungen!
wasserfall[Diascan] wasserfall_foto[Scan von der Vergrößerung]

Vorurteil 4: Digitalbilder bieten geringere Sicherheit und es droht leichter ein Datenverlust

Hier ist meine Erfahrung gegenteilig: Ich habe bis jetzt viel mehr Silberfilm-Aufnahmen durch Verlust am Postweg (zB. Promotionsfotos meiner Frau!), Defekt in der Entwicklung etc. verloren als Digitalfotos:

Die Speichermedien in der Digitalfotografie sind heute sehr verlässlich, aber ein laufendes Backup ist immer angebracht. Ich habe das letzte mal vor ca. 15 Jahren durch eine defekte Speicherkarte ca. 10 Fotos verloren

Meiner Erfahrung mit der Haltbarkeit von Silberfilm-Aufnahmen: eine große Anzahl meiner Dias aus den 1960-70er Jahren sind nahezu unbrauchbar geworden . Zerstörte Farben (oft nur in einer Schicht) erzeugten gräßliche blasse farbstichige Dias. Eine zweite Hauptfehlerquelle war ein starker Schärfeverlust - wahrscheinlich durch Diffusion der Farbstoffe. Auch ein Teil meiner SW-Negative war in Mitleidenschaft gezogen: durch schlechte Wässerung waren gelbe Flecken entstanden. Dasselbe ist auch mit einigen SW-Fotos passiert.

Jetzt habe ich alles eingescannt (hauptsächlich mit einer Auflösung von 7.5 Megapixel) und als Digitalbilder gespeichert - wie es da mit der Langzeit-Haltbatkeit aussieht, ist natürlich fraglich. Abhilfe: Ich kaufe mir alle paar Jahre eine neue Backup-Festplatte und staple sie im Schrank. 20 Digital-Jahre sind bereits verlustfrei überstanden.

Vorurteil 5:(Hochwertige) Digitalkameras sind teurer als die entsprechenden Silberfilm-Ausrüstungen.

Das hat sich von alleine erledigt: Die Preise der Digitalkamera rutschen immer wieder nach unten, neue Silberfilmkameras sind nicht mehr - und Filme sind kaum mehr zu bekommen. Man braucht keine Filme mehr kaufen und auf Vorrat halten, und die Aufbewahrung ist viel platzsparender.

Außerdem:
Alle Resultate können unmittelbar nach der Aufnahme überprüft und wiederholt werden, wenn sie nicht OK sind. Was ist das für eine großartige Ersparnis an Material und Zeit!
Man braucht nie mehr warten, bis die Filmrolle fertig belichtet ist, man hat keinen Zeitverlust durch Wartezeiten auf die Rücksendung vom Fotolabor und braucht keinen Verlust auf dem Postweg oder durch Beschädigung im Fotolabor fürchten.
Da man heutzutage die Bilder sowieso in elektronischer Form braucht, fällt auch der Zeitverlust durch das Einscannen weg.